„Joa mei und Servus!“

„Joa mei und Servus!“

Ich bin waschechter Bayer, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so ausschaut. Ich beherrsche die bayrische Sprache, den typischen Dialekt, bin auch in Bayern geboren. Und mein Name, der passt auch so gar nicht zu meiner Sprache – Baofa Nguyen (im Internet teilweise auch als Richard Rodriguez bekannt).

Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater Asiate, der mir eben auch die Gene in die Wiege gelegt hat.

Kennengelernt haben sich meine Eltern Ende der 80er Jahre, als meine Mutter meinte, ihren Urlaub in Indonesien verbringen zu müssen. Naja, sie sah ihn, er sah sie – und schon war es um die beiden geschehen. Die anfängliche Fernbeziehung hat beiden nicht gefallen und deshalb ist mein Vater kurzum nach Deutschland gekommen.

Ich bin 24 Jahre jung, mache gerade eine Ausbildung bei einer Bank hier in München. Bevor ich mich dazu entschlossen habe, war mein Berufswunsch – wie wohl bei den meisten Jungs: Profi-Fußballer zu werden.

Ehrgeiz hatte ich – drei Mal die Woche ging ich ins Training, kickte auch zu Hause oder in der Freizeit mit meinen Freunden. Nach Aussage meines Trainers war ich auch recht gut, so manches Tor wurde von mir erzielt. Also, man kann sagen, dass ich jetzt nicht ganz so talentfrei war, aber man muss eben erkennen, bei Bedarf andere Wege einzuschlagen. Also spiele ich auch heute noch in meiner Freizeit aktiv Fußball, trainiere die Woche über noch – wobei sich das etwas reduziert hat, da ich andere, weiblichere, Prioritäten habe.

Aber trotzdem, ohne Fußball geht es nicht; Fußball ist mein Ausgleich, lässt mich nach einem Tag in der Bank ausspannen und auf andere Gedanken kommen.

Auch wenn ich in Deutschland geboren bin, die Heimat meines Vaters finde ich einfach faszinierend. Zudem wohnen meine Großeltern noch in Indonesien und auch einige andere Verwandte meines Vaters.

Schon sehr früh verbrachten wir jeden Urlaub im Heimatland meines Vaters, und das haben wir bis heute so beibehalten. Auch wenn Indonesien nicht direkt meine Heimat ist, ich liebe das Land, die Leute und deren Kultur. Natürlich beherrsche ich neben bayrisch und hochdeutsch auch die indonesische Sprache.

Ach ja, ich liebe gutes Essen und koche sehr gerne – was meine Freundin natürlich sehr freut. Vor allem koche ich gerne indonesisch, meine Oma hat mir so manches Familienrezept verraten. Aber ich esse auch sehr gerne bayrisch, für einen guten Schweinsbraten mit Semmelknödel lass ich sogar mein Fußballtraining mal sausen.

Ihr seht, mein Leben ist bunt und ereignisreich. Und genau das möchte ich mit euch zukünftig teilen.

Bis dahin, servus!

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