Äußerlichkeiten

Äußerlichkeiten

So nach und nach werdet ihr, wie ich ja bereits schon bei meiner Vorstellung geschrieben habe, mich näher kennen lernen.

Es gibt Dinge in meinem Leben, die sind mir sehr wichtig – dazu gehören natürlich meine Familie, meine Freunde, meine Freundin, Fußballspielen und ein gepflegtes Äußeres.

Klar, ihr werdet jetzt denken: der arbeitet ja auch in einer Bank, da muss er gepflegt sein und sich wohl auch an eine gewisse Kleiderordnung halten. Stimmt, aber bevor ich überhaupt die Ausbildung begonnen habe, war mir mein Erscheinungsbild sehr wichtig –zum Leidwesen meines besten Freundes Mario. Denn er musste – und muss heute noch – sehr oft auf mich warten, weil ich mal wieder nicht fertig wurde.

Bevor ich morgens aus dem Haus gehe, ist das Badezimmer mein Reich. Zähne putzen, rasieren, duschen, stylen und und und – da geht schon eine halbe Stunde drauf und so mancher Deoroller und reichlich Parfum. Schließlich sollte ein Mann nicht nur gepflegt sein, sondern auch gut riechen.

Meine Mutter meint, so viel Pflegeprodukte, Tübchen und Tiegelchen habe so manche Frau nicht in ihrem Badezimmerschrank platziert. Aber sie ist mir in punkto Badezimmerschrank-Befüllung noch um Welten überlegen.

Und zu meiner Verteidigung: meine Mutter kommt ständig mit Pflegeprodukten an, die sie gerade entdeckt hat und für gut befindet.

Letztens kam sie mit einem sündhaft teuren Rasierapparat an – laut diesem Portal ein Schnäppchen, wie sie mir versicherte.

Ein Elektrorasierer – einsetzbar als Nass- und Trockenrasierer, mit Titan beschichtetem Mitteltrimmer, mit 5-Stufen Reinigungs- und Ladestation und einer alkoholbasierten Reinigungskartusche und weiterem Zubehör.

Bisher habe ich mich immer nass rasiert, doch wenn ich schon solch ein Teil habe, dann sollte ich das auch mal ausprobieren. Und ich muss sagen: cool das Teil und Danke, Mama! Aber ein Schnäppchen ist es dann doch nicht gerade, aber auf jeden Fall das Geld wert.

Bin ich im Bad fertig, trink ich meine obligatorische Tasse Kaffee, Frühstück lass ich ausfallen – das gibt es später – und dann zur Arbeit oder in die Berufsschule.

Nach getaner Arbeit geh ich, je nachdem, ins Fußballtraining oder auch mal ins Fitnessstudio – Mario ist stets mit von der Partie. Und dann treffe ich mich mit meiner Freundin, denn momentan wohnen wir beide noch zu Hause. Ja okay, mit 24 Jahren könnte man so langsam mal raus aus dem Elternhaus. Aber das Haus ist so groß, dass ich im Prinzip mein eigenes Leben und mein eigenes Reich habe – jedoch mit den Vorzügen von Hotel Mama.

Das soll es mal für heute gewesen sein, bis die Tage, euer Baofa.

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